Ist Print noch zeitgemäß?
- Kisa Thaleen

- 30. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Momentan bin ich hin- und hergerissen.
Als ich vor über einem Jahr meinen ersten Roman veröffentlicht habe, war ich zunächst fest davon überzeugt, eine reine E-Book-Autorin zu werden. Ich ging ohnehin davon aus, kaum Printbücher zu verkaufen – der Printmarkt ist schwierig, besonders im Selfpublishing. Deshalb erschien mir der zusätzliche Aufwand im Verhältnis zum erwartbaren Nutzen zu hoch.
Schließlich ist für ein Printbuch etwas mehr Arbeit nötig als für ein E-Book. Es braucht nicht nur ein Cover, sondern einen vollständigen Buchumschlag, der gestaltet werden muss. Auch der Buchsatz ist aufwendiger. Anschließend muss das Buch noch bei den entsprechenden Plattformen angelegt werden, was ebenfalls Zeit und Geld kostet. Dazu kommen weitere Verpflichtungen, beispielsweise die Abgabe von Pflichtexemplaren an die Nationalbibliothek.

Die Nachfrage nach einer Printausgabe von Losing Control war dann allerdings so groß, dass ich es doch gewagt habe. Mir war bewusst, dass es sich finanziell vermutlich nicht lohnen würde, und ich betrachtete das Print eher als eine Art Service für meine Leserinnen.
Bereut habe ich die Entscheidung nicht. Im Gegenteil: Es hat mir sogar Spaß gemacht. Schön war außerdem, dass die Printausgabe die Sichtbarkeit meines Buches erhöht hat. Durch die ISBN war es plötzlich auch für den Buchhandel relevant. Und ehrlich gesagt habe ich mich erst mit dem gedruckten Buch wie eine „richtige“ Autorin gefühlt.
Bei den nächsten drei Büchern habe ich es deshalb genauso gemacht: Jedes erschien sowohl als E-Book als auch als Print. Beim vierten Buch habe ich es sogar endlich geschafft, beide Ausgaben gleichzeitig zu veröffentlichen. ;)
Allerdings sind die Printverkäufe – wie erwartet – sehr überschaubar und finanziell für mich kaum relevant. Natürlich ist Geld nicht alles. Es ist schön, das eigene Buch im Regal stehen zu haben. Und genauso schön ist es, denjenigen, die gerne ein physisches Exemplar lesen möchten, diese Möglichkeit bieten zu können.
Aktuell schrecke ich jedoch etwas vor der zusätzlichen Arbeit zurück. Ich habe zunehmend das Gefühl, dass sich der Aufwand nicht wirklich lohnt – zumal ich nach wie vor keine besonderen Extras wie einen Farbschnitt anbieten kann.
Damit die Printausgabe von Ember Night zeitgleich mit dem E-Book erscheinen könnte, müsste ich mindestens einen Monat früher mit dem Lektorat fertig sein. Das würde vermutlich bedeuten, im August – mitten in der Ferienzeit – erheblichen Stress zu haben, um alles rechtzeitig fertigzustellen.
Nun bin ich unsicher, was ich tun soll. Einerseits fühlt es sich wie ein Rückschritt an, dieses Mal auf eine Printausgabe zu verzichten. Andererseits frage ich mich, wie zeitgemäß Printexemplare überhaupt noch sind, wenn inzwischen sogar große Verlage beginnen, ihre Bücher ausschließlich als E-Books zu veröffentlichen.
Letztlich werde ich die Entscheidung wohl von meinen zeitlichen Kapazitäten abhängig machen. Zeit ist momentan ohnehin mein größtes Problem. Ich habe unglaublich viele coole Ideen, die ich gerne umsetzen würde – aber viel zu wenig Zeit dafür.
Wie vermutlich wir alle.
Na ja, lange Rede, kurzer Sinn: Ich weiß noch nicht sicher, ob es dieses Mal eine Printausgabe geben wird. Und falls doch, erscheint sie möglicherweise wieder etwas später als das E-Book.



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